Wir kennen es alle:

Es gibt diese Tage, an denen einfach nichts geht. Keine Lust auf Interaktion, keine Energie für Small Talk, selbst das Beantworten einer Nachricht fühlt sich an wie eine Mammutaufgabe. Früher? Da hätte ich trotzdem durchgezogen. Meine Bedürfnisse kommunizieren, meine Grenzen setzen? Kam mir damals gar nicht in den Sinn. Ich hätte mich trotzdem mit Freunden getroffen, hätte meine eigene Energie ignoriert – nur um niemanden zu enttäuschen.

Heute? Heute schreibe ich:
"Hey, wir waren eigentlich verabredet, aber meine Energie ist heute einfach nicht am Start. Ich glaube, das wäre für uns beide keine coole Zeit. Wie sieht’s nächste Woche bei dir aus?"

Ohne Ausrede, ohne „Mir geht’s nicht gut“ oder „Hab Kopfschmerzen“ – weil es einfach nicht stimmt. Ich fühle mich nur nicht nach Interaktion. Und das ist ein völlig legitimer Grund.

Aber ich weiß auch: Bis ich an diesen Punkt gekommen bin, hat es gedauert. Die Angst vor Ablehnung, das Gefühl, egoistisch zu sein, das Unwohlsein, wenn jemand meine Absage nicht „versteht“ – all das war da. Und vielleicht kennst du das auch.

Also lass uns mal gemeinsam eintauchen: Warum fällt es uns so schwer, unsere Bedürfnisse klar zu kommunizieren? Warum macht Grenzen setzen uns Angst? Und vor allem – wie kommen wir da raus?


Wer hier für dich schreibt:

Hi, ich bin Corinna, Human Design Mentorin, ManiGen 3/5. In meinen Readings, Coachings & Mentorings verbinde ich die Power der Erkenntnisse & Shifts aus individuellem Mindset-Coaching mit der Magie des eigenen Human Designs. Um die eigene Einzigartigkeit zu entdecken, im Sein, darin, was "Flow" bedeutet und darin, wie die eigene Energie am besten eingesetzt wird.


Bedürfnisse vs. Grenzen: Was ist eigentlich was?

Ganz wichtig: Bedürfnisse sind nicht dasselbe wie Grenzen. Aber sie hängen eng zusammen.

  • Bedürfnisse = Das, was du für dein Wohlbefinden brauchst. Ruhe, Alleinzeit, Wertschätzung, Unterstützung, Freiheit.
  • Grenzen = Das, womit du deine Bedürfnisse schützt. „Ich kann heute nicht.“, „Ich brauche Zeit für mich.“, „Das ist mir gerade zu viel.“

Und jetzt kommt das Problem: Für die meisten wird Grenzen setzen erst dann relevant, wenn ihre Bedürfnisse schon komplett übergangen wurden. Erst wenn die Batterie auf 2 % ist, kommt ein verzweifeltes „Ich kann nicht mehr!“.

Was wäre aber, wenn wir unsere Bedürfnisse früher erkennen und kommunizieren? Wenn wir Grenzen setzen, bevor wir völlig erschöpft sind oder gereizt reagieren?


Warum haben wir Angst, unsere Bedürfnisse zu kommunizieren?

Mal ehrlich: Warum sagen wir nicht einfach direkt, was wir brauchen? Meist sind es verschiedene Faktoren, die hier mit reinspielen:

  • Angst vor Ablehnung: Was, wenn mein Gegenüber das nicht versteht oder verletzt ist?
  • Angst vor Konflikten: Was, wenn es Diskussionen gibt oder ich mich rechtfertigen muss?
  • Alte Muster: Vielleicht hast du gelernt, dass du „unkompliziert“ oder „pflegeleicht“ sein musst, um gemocht zu werden.
  • Mangel an Klarheit: Manchmal weißt du selbst nicht genau, was du brauchst – wie sollst du es dann aussprechen?

Aber hier kommt der Clou: Nur weil du deine Bedürfnisse nicht aussprichst, heißt das nicht, dass sie verschwinden. Sie kommen nur in einer anderen Form wieder – als Frust, Überforderung oder unterschwellige Wut.


Bedürfnisse klar kommunizieren & Grenzen setzen – ohne Drama, ohne Schuldgefühle

Okay, wie machen wir das jetzt konkret?

1. Check-in mit dir selbst: Was brauchst du gerade?

Häufiger Fehler: Erst in völliger Überforderung merken, dass es zu viel ist. Also: Regelmäßig in dich reinfühlen. „Brauche ich gerade Zeit für mich? Brauche ich Unterstützung? Fühlt sich etwas nicht mehr gut an?“

2. Direkt und ehrlich kommunizieren

Weniger ist mehr. Kein Rechtfertigungsroman. Kein „Sorry, dass ich existiere“-Ton. Einfach klar und freundlich:

  • „Ich brauche heute Abend Zeit für mich, lass uns morgen sprechen.“
  • „Ich bin gerade nicht in der Energie für ein Treffen. Wie sieht’s nächste Woche aus?“
  • Ich merke, dass mir das gerade zu viel wird. Lass uns das Thema ein andermal weiter besprechen.

3. Ohne Schuldgefühle dabei bleiben

Du musst deine Bedürfnisse nicht „beweisen“. Es reicht, dass sie da sind. Und es ist nicht deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich niemand dadurch unwohl fühlt. Viel mehr noch: eine vermeintlich "negative" Reaktion einer anderen Person auf eine von dir gesetzte Grenze ist oft viel mehr eine Projektion unerfüllter Bedürfnisse dieser Person.

4. Grenzen setzen als Selbstrespekt verstehen

Grenzen setzen ist kein Zeichen von Egoismus – sie sind ein Zeichen von Selbstrespekt. Und wer dich nur mag, solange du keine hast, mag nicht dich, sondern die Variante vor dir, die sich stetig an alles anpasst.


Starte den Ripple-Effekt: Wie deine Klarheit anderen hilft

Jetzt kommt das Spannende: Sobald du anfängst, klarer für dich selbst einzustehen, verändert sich nicht nur dein eigenes Leben – sondern auch das deiner Mitmenschen.

Denn wenn du offen kommunizierst, dass du heute keine Energie hast und deshalb absagst, sendest du eine wichtige Botschaft: Es ist okay, auf sich selbst zu achten. Es ist okay, ehrlich zu sagen, was man braucht.

Und was passiert? Du gibst anderen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Vielleicht ist da eine Person in deinem Umfeld, die sich bisher immer übergangen hat, weil sie dachte, „das gehört sich so“. Und dann sieht sie dich – wie du deine Bedürfnisse ernst nimmst, ohne Schuldgefühle, ohne Ausreden. Und plötzlich traut sie sich auch.

Stell dir eine Welt vor, in der jede*r auf sich selbst achtet, anstatt sich durchzukämpfen, um es anderen recht zu machen. Wo jede*r die eigenen Bedürfnisse respektiert – und damit auch die der anderen. Klingt nach mehr Harmonie, weniger unausgesprochener Frustration und besseren Beziehungen, oder?

Dieser Effekt beginnt mit dir.


Next Level Standard: Human Design als dein Wegweiser Bedürfnisse & Grenzen

Und falls du jetzt denkst: „Ja, klingt gut – aber woher soll ich eigentlich wissen, was meine echten Bedürfnisse sind? Und wie setze ich Grenzen, ohne dass es sich seltsam anfühlt?“

Genau hier kommt Next Level Standard ins Spiel. In meinem Coaching-Programm schauen wir uns mithilfe von deinem Human Design ganz genau an, was deine wahren Bedürfnisse sind und wie du deine Grenzen so setzt, dass sie sich für dich gut anfühlen – und nicht wie ein ewiger Kampf.

Denn manchmal ist es gar nicht so leicht, aus alten Mustern auszubrechen. Manchmal braucht es einen Perspektivwechsel, um zu sehen, wo du dich selbst zurückhältst. Und genau das machen wir in Next Level Standard – wir erkunden dein Human Design als Landkarte deiner natürlichen Bedürfnisse und wichtigen Grenzen, für die du "per Design" die Erlaubnis hast, sie auszusprechen und zu setzen.

Klingt spannend? Dann schau mal hier vorbei:


Die Magie der Klarheit

Am Ende geht es darum, dich selbst so ernst zu nehmen, dass du deine Bedürfnisse nicht nur erkennst, sondern sie auch kommunizierst. Und das ist manchmal verdammt unbequem. Aber es ist der einzige Weg zu echten, respektvollen Beziehungen – mit anderen und vor allem mit dir selbst.

Also: Lass uns aufhören, uns hinter „netten“ Ausreden zu verstecken. Lass uns aufhören, aus Angst Dinge zu tun, die uns nicht guttun.

Denn es gibt kaum etwas Magischeres, als in Klarheit zu stehen – mit sich selbst und mit anderen.

So, und jetzt du:
Wann hast du das letzte Mal klar gesagt, was du brauchst?
Und wenn du es noch nicht getan hast – worauf wartest du?